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Appropriation Art

www.appropriation-art.de ]

Draußen vor der Tür

Die Motive der Fotoserie »Draußen vor der Tür« sind Kunstwerke in Galerien, betrachtet von außen durchs Schaufenster. Viele Menschen werfen beim (zufälligen) Vorbeigehen einen flüchtigen Blick in das Schaufenster einer Galerie. Auch sehen sie Spiegelungen der Umgebung; die Hausfassade wird zu einem Rahmen. Diese Ansicht konserviere ich.
Mit der Kamera eigne ich mir das fremde Werk an. Es entsteht eine Verfremdung. Sie ist Sinnbild einer magischen Grenze zwischen öffentlichen und privatem Raum. Hier die Straße, auf der ich mich frei bewegen darf, dort die Galerie, die als Geschäftsräumlichkeit im Rahmen ihrer Öffnungszeiten frei zugänglich ist, aber juristisch eine Privatsphäre darstellt. Das Gebäude an sich unterliegt der Panoramafreiheit, den Blick ins Innere fotografisch festzuhalten und zu verwerten ist ohne Genehmigung nicht gestattet. Das Thema Copyright / Urheberrecht wird in allen Bereichen, nicht nur der Kultur, diskutiert. Meine Photos sind auch eine Form von Diebstahl und Piraterie. Die Bilder von Außen zu betrachten, also den Marktplatz Galerie nicht zu betreten, selbst nicht am Markt teilzunehmen, ist Kapitalismus- bzw. Kunstmarktkritik.
Im Moment der Photographie beginnt die Reise des Abbildes des Kunstwerkes, die mit einer Ausstellung in einem anderen Kunstraum ihr Ziel erreicht. Es sind Appropriationen. Das bedeutet, fremde Werke in das eigene Werk zu integrieren, dieses erkennbar zu belassen und zu zitieren. Die Übernahme und Bearbeitung fremder Vorlagen als eigene Kunstform und Arbeitstechnik zu etablieren, ist ein Anliegen der Appropriation Art - Künstler.

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Nächste Ausstellung: 21.6. – 29.6.2019 Kulturbahnhof Lollar, Bahnhofstraße 10, 35457 Lollar im Rahmen der GIENNALE.
Vernissage (mitten im Ausstellungszeitraum): Di. 25.6. – 18 Uhr (mit einer Klavierimprovisation von mir als Beiprogramm)

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Ausstellungsplakat Kulturbahnhof Lollar

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Appropriation Art

Appropriation Art (englisch appropriation = Aneignung), auch Deutsch gesprochen Appropriation, ist eine Ausdrucksform des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens. Sie wird meist der Konzeptkunst zugerechnet.

Im engeren Sinn spricht man von Appropriation Art, wenn Künstler bewusst und mit strategischer Überlegung die Werke anderer Künstler kopieren, wobei der Akt des Kopierens und das Resultat selbst als Kunst verstanden werden sollen (andernfalls spricht man von Plagiat oder Fälschung). Strategien beinhalten „Ausleihen, Klauen, Aneignen, Erben, Assimilieren... Beeinflusst-, Inspiriert-, Abhängig-, Gejagt-, Besessen-Sein, Zitieren, Umschreiben, Überarbeiten, Umgestalten... Revision, Reevaluation, Variation, Version, Interpretation, Imitation, Annäherung, Improvisation, Supplement, Zuwachs, Prequel... Pastiche, Paraphrase, Parodie, Piraterie, Fälschung, Hommage, Mimikry, Travestie, Shan-Zhai, Echo, Allusion, Intertextualität und Karaoke.“

Im weiteren Sinne kann Appropriation Art jede Kunst sein, die sich mit vorgefundenem ästhetischem Material beschäftigt, z. B. mit Werbefotografie, Pressefotografie, Archivbildern, Filmen, Videos etc. Es kann sich dabei um exakte, detailgetreue Kopien handeln; es werden aber auch oft in der Kopie Manipulationen an Größe, Farbe, Material und Medium des Originals vorgenommen.

Diese Aneignung in der Appropriation Art kann in kritischer Absicht oder als Hommage erfolgen.

[Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Appropriation_Art]

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Die Inspiration zu dieser Serie erfuhr ich 2007 beim Besuch der documenta 12 in Kassel als ich dort zum ersten Mal Werke der großartigen US-amerikanischen Künstlerin Louise Lawler sah.

Louise Lawler

Louise A. Lawler (* 1947 in Bronxville, New York, Vereinigte Staaten) ist eine US-amerikanische Künstlerin. Ihr Studium an der Cornell-Universität beendete sie 1969 mit einem Bachelor of Fine Arts.

Louise Lawler arbeitet mit Fotografien, Materialbildern und Installationen. Bei ihrer Vorgehensweise zeigt sie unterschiedliche Kunstwerke an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Funktionen. Hierfür verfolgt sie die Laufbahn der verkauften Kunstwerke ihrer Ausstellungen zu ihrem neuen Aufenthaltsort, nachdem diese das Atelier verlassen haben, bis hin zur Präsentation in Museen, Privat- oder Firmensammlungen. Dabei hält sie den jeweils neuen Platz der Werke durch ihre Fotografien fest.

Sie fotografierte Kunstwerke in den Wohnzimmern von Kunstsammlern und in Museen in situ, also mit ihrer jeweiligen Umgebung. Damit zeigt sie, in welchem Kontext Kunst rezipiert und wie sie in Räumen inszeniert wird.

Allerdings ist sie beim Fotografieren nicht auf eine exakte und perfekte Wiedergabe, der von ihr fotografierten Kunstwerke aus. Im Gegenteil liegt ihr Interesse an einer einzigartigen Atmosphäre ihrer Bilder, in welchen sie die Veränderungen erforscht, die durch die verschiedenen Präsentationsorte entstehen. Dabei wird der Betrachter auf den umgebenden Kontext, die Produktion und die Präsentation der Werke aufmerksam gemacht.

[…]

Appropriation Art
Louise Lawler ist eine Fotografin, die der Appropriation Art zugeordnet wird: Der Begriff stammt aus dem lateinischen Sprachgebrauch „appropriare“ und bedeutet übersetzt „zu eigen machen“. Somit ist es die Kunst der Aneignung fremder (Kunst)werke. Im künstlerischen Bereich schließt die Appropriation Art jede Vorgehensweise ein, bei der Künstler mit Absicht fremdes Gut als Bestandteil ihrer eigenen Produktionen verwenden.

[Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Louise_Lawler]

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Presseartikel zu »Draußen vor der Tür«

Gießener Allgemeine, 26.6.2019
»Wenn das Fenster zum Bilderrahmen wird«

Gießener Allgemeine, 5.2.2012
»Kusterer und Schreiber stellen Fotografien im Rathaus aus«

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KÜNSTLERISCHE VITA WOLF D. SCHREIBER

EINZELAUSSTELLUNGEN

  • 2019 Kulturbahnhof Lollar [im Rahmen der 2. Giennale]
  • 2017 Sala Piscina, Gießen [im Rahmen der 1. Giennale]
  • 2012 Atrium Rathaus Gießen
  • 2011 Galeria Mediadvanced, Gijón (Spanien)
  • 2009 Amok Digitalis, Kulturkeller Domizil, Gießen
  • 2008 Gießen hinter Gitter, Nordstadtzentrum, Gießen
  • 2008 Schwarze Pixel, weiße Pixel, Kulturkeller Domizil, Gießen
  • 2006 Atelier Schöne Zeiten, Gießen
  • 1998 The Giessen CD-Collection, Music Attack; Gießen
  • 1996 fake, Kulturkeller Domizil, Gießen
  • 1986 Diskurs, Institut f. Theaterwissenschaften, Gießen

AUSSTELLUNGSBETEILIGUNGEN

  • 2018 KunstSB, Alte Kupferschmiede, Gießen
  • 2013 asterweg underground art hotel, Gießen
  • 2011 Rauschhaus(3), Gießen
  • 2011 AA2 – Appropriation Art 2, AKC Medika, Zagreb (Croatia)
  • 2011 Art on the Road Traveling Mail Art Project, Cappadocia, Nevsehir (Turkey)
  • 2011 Utopia Parkway, Stuttgart
  • 2011 Art Postal Rouge Mèdiathéque Montpellier Agglomération (France)
  • 2010 Rauschhaus(2), Gießen
  • 2010 Mail Us Today, Centrum Kultury Zamek (Poland)
  • 2010 Papergirl Bukarest, Bukarest (Romania)
  • 2010 Lyrikpark, Hildesheim
  • 2010 Kosmos Kiosk, Neuer Kunstverein Gießen
  • 2010 Blick aus dem Fenster, Kunstforum Weilheim
  • 2009 International Mail-Art, SKETBE, Thessaloniki (Greece)
  • 2009 Rauschhaus(1), Gießen
  • 2009 Papergirl Albany, Albany (USA)
  • 2009 kunstinbetrieb2, Halle/Saale
  • 2009 The Museum of Temporary Art, Tübingen
  • 2009 Papergirl, Alte Post Neukölln, Berlin
  • 2008 fühlst du dich auch so uninspiriert wie ich, Kümmerei, Gießen
  • 2008 Freilichtgalerie am Goldfschteich, Gießen
  • 2007 Fragmente der Strategie, Sala aLFaRa, Oviedo (Spanien)
  • 2007 Strategie der Fragmente, Centro Municipal de Arte y Esposiciones, Avilés (Spanien)
  • 2004 Vier Bibliotheken, kunstraum DOPPELZIMMER, Gießen
  • 2003 Gießen Tuendra, Domizil, Gießen
  • 2002 Steine in Bäumen, Eigenart 2002, Zeughaus, Gießen
  • 1991 Nervengruen, Universitätsbibliothek Gießen
  • 1991 Der Pfeil der Zeit, Volksbank, Wetzlar (Tage der Phantastik)
  • 1990 Polarisationen, Spinne, Gießen (sowie Lich und Neuwied/Rh.)

ONLINE-AUSSTELLUNGEN

Digital Baldessari (2011, 640 × 480 px)

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Variation von »Draußen vor der Tür« als CopyArt in einem Schaufenster bei Utopia Parkway, Stuttgart, 2011

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Ausschnitt aus Wandgemälde mit Art Piktogrammen, Rauschhaus 2010, Gießen (Edding auf Wand)

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